Stipendienprogramm

Aus Taquillo

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Inhaltsverzeichnis

Was ist das Stipendienprogramm?

  • Durch dieses Programm erhalten Jugendliche aus Taquillo unter anderem eine finanzielle Unterstützung in Form von Stipendien für die zwei- bis dreijährige Ausbildung an einer weiterführenden Schule (Abitur), für das Studium an einer Fachhochschule oder Universität bzw. für eine berufliche Ausbildung.
  • Die Durchführung des Programms liegt in der Hand des Leitungsteams (bestehend aus salvadorianischen, deutschen und österreichischen Verantwortlichen)
  • Verantwortlich für die konzeptionelle Gestaltung des Bildungsprogramms sind die Initiatorin Dr. Stefanie Kainzbauer sowie die Leiterinnen vor Ort in El Salvador
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Warum entstand das Stipendienprogramm?

Das Stipendienprogramm entstand im Jahre 2003 auf Initiative von Dr. Stefanie Kainzbauer während eines Studienaufenthaltes an der Universidad Centroamericana in San Salvador / El Salvador. Während dieser Zeit engagierte sich Dr. Stefanie Kainzbauer vor allem in der Jugendpastoral der Pfarrgemeinde von Taquillo. Durch die vielen intensiven persönlichen Kontakte mit den Jugendlichen und deren Familien zeigte sich: Viele Jugendlichen haben große Fähigkeiten und vor allem den Wunsch nach Bildung. Aber: El Salvador ist ein Land, wo viele aus finanziellen Gründen keinen Zugang zu Bildung haben!

Dieser Wunsch der Jugendlichen wurde Dr. Stefanie Kainzbauer zum Anliegen. In der salvadorianischen Organisation Circulo Solidario fand sie eine Institution, deren Erfahrungswerte im Bereich von Bildungs- und Förderprogrammen die entscheidende Basis für das Stipendienprogramm für die Jugendlichen aus Taquillo darstellte. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Netzwerks Taquillo, v.a. mit Julia Stabentheiner und Dr. Magdalena Holztrattner, konnte das Programm kontinuierlich weiter entwickelt werden.

Was will das Stipendienprogramm?

1. Finanzielle Unterstützung

Durch Stipendien finanziert und unterstützt das Programm Jugendliche in ihrer

  • Schulausbildung an einer weiterführenden Schule
  • Studien-, Ausbildungs- und Berufseinstiegsphase
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2. Persönlichkeitsbildung: ausserschulische Begleitung der Jugendlichen

Das Stipendienprogramm ist mehr als eine „Geld-gebende Instanz“!

  • Die Jugendlichen sollen nicht nur das nötige Geld für den Schulbesuch erhalten, sondern auch eine intensive persönliche Begleitung, die über den Schulalltag hinausgeht
  • Das Programm möchte die ganzheitliche Entfaltung und Entwicklung der Jugendlichen in ihrer Persönlichkeit unterstützen
  • Ein wichtiges Element ist dabei auch der gelebte christliche Glaube
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Wer wird unterstützt? - Wer wird in das Stipendienprogramm aufgenommen?

Für die Aufnahme in das Stipendienprogramm gibt es unterschiedliche Kriterien, die erfüllt werden müssen und die durch das Leitungsteam vor Ort überprüft werden:

  • gute schulische Leistungen
  • hohe Bereitschaft und sichtbares Engagement der / des Jugendlichen, den Schulabschluss zu erwerben beziehungsweise ein Studium zu absolvieren Rückhalt und Unterstützung der / des Jugendlichen durch die
  • Rückhalt und Unterstützung der / des Jugendlichen durch die Familienangehörigen
  • Berücksichtigung der familiären und finanziellen Situation der / des Jugendlichen
  • Empfehlung durch Lehrer und Verantwortliche in der Gemeinde / Pfarrei

Was macht die Stipendien-Gruppe aus?

  • Die Jugendgruppe trifft sich zwei bis drei Mal pro Monat zusammen mit der verantwortlichen Gruppenleitung
  • Aktuelle organisatorische Fragen, Probleme in der Schule, finanzielle Angelegenheiten haben hier ebenso Platz wie intensive inhaltliche Auseinandersetzungen mit bestimmten Themen, die die Stipendiat/inn/en zum Teil selbständig vorbereiten.
  • Im Rahmen des Stipendienprogramms verbringen die Jugendlichen ihre Freizeit miteinander, engagieren sie sich in der Gemeinde, übernehmen in verschiedenen Funktionen Verantwortung für andere Jugendliche und Kinder ihres Dorfes.
  • Hier entsteht ein Raum für die persönlichen Ideen, Fähigkeiten und Anliegen der Stipendiat/inn/en.
  • Die Stipendiat/inn/en lernen, ihr Leben in die Hand zu nehmen, Position zu beziehen und persönliche Haltungen zu entwickeln.
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Das Leitungsteam vor Ort

Da die Zahl der geförderten Jugendlichen immer größer wurde, war im Januar 2009 eine Teilung in zwei EInzelgruppen nötig: Seither gibt es eine Gruppe der älteren Stupendiaten, die bereits an der Uni studieren und somit in der Hauptstadt San Salvador leben. Die Treffen für diesen Teil der Gruppe finden in San Salvador unter der Leitung von Patty statt. Der Rest der Gruppe trifft sich nach wie vor 14-tägig samstags in Taquillo unter der Leitung der beiden Jurastudentinnen Mónica und Silvia. Seit März 2010 wird das bisher sehr weibliche Team durch einen jungen Mann namens Kendal aufgemischt, worüber wir uns sehr freuen! Kendal erarbeitet mit der Gruppe v.a. Themen im Bereich der Geschlechterrollen und soll ein Gegenbild zum machismo (=Unterordnung der Frau) darstellen, der leider in der salvadorianischen Gesellschaft immer noch sehr verbreitet ist.

  • Patty: " Für mich war das am Anfang eine ganz schöne Umstellung, auf einmal die Jugendlichen nicht mehr so oft zu sehen. Aber die Studenten hier in San Salvador haben meine Unterstützung auch gebraucht, da für sie der Umzug in die Hauptstadt und das Leben an der Uni ein ganz schöner Schock war."
  • Mónica: "Ich fühle mich sehr wohl bei den Jugendlichen, da ich gerne mit ihnen arbeite, aber auch eine Freundin darstellen kann, die ihnen Orientierung gibt und das schätzt, was sie auf die Beine stellen. Was ich für die Zukunft für wichtig halte ist, dass das Projekt einer Bibliothek wiederbelebt wird."
  • Silvia: "Die Arbeit in Taquillo macht mir viel Spaß, weil es mich persönlich weiterbringt und ich immer wieder neue Dinge von den Jugendlichen lerne. Das Problem, das ich im Moment sehe, ist der Ort der Treffen. Die Gruppe ist mittlerweile so groß, dass wir die Treffen immer außen in der Sonne machen müssen. Aber ich bin mir sicher, dass die Gruppe sich immer weiterentwickeln und ihrer Gemeinde helfen wird."
  • Kendal: "Da ich ich mit diesen Themen schon einige Erfahrung habe, bespreche ich mit den Jugendlichen Aspekte wie Sexualität, Gleichberechtigung und machismo. Die meisten in der Gruppe sind sehr engagiert und arbeiten gut mit. Leider haben sie aus finanziellen Gründen nicht die Möglichkeit, ihre Talente zu fördern. Besonders im Bereich Kunst und Kultur bräuchten sie mehr Gelegenheiten, ihre Kreativität auszuleben."
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