Das Stipendienprogramm entstand im Jahre 2003 auf Initiative von Dr.in Stefanie Kainzbauer während eines Studienaufenthaltes an der Universidad Centroamericana (UCA) in San Salvador / El Salvador.
Während dieser Zeit engagierte sich Kainzbauer vor allem in der Jugendpastoral der Pfarrgemeinde von Taquillo. Durch die vielen intensiven persönlichen Kontakte mit den Jugendlichen und deren Familien zeigte sich: Viele Jugendlichen haben große Fähigkeiten und vor allem den Wunsch nach Bildung. Aber: El Salvador ist ein Land, in dem viele junge Menschen aus finanziellen Gründen keinen oder einen erschwerten Zugang zu Bildung haben!
Dieser Wunsch der Jugendlichen wurde Dr.in Stefanie Kainzbauer zum Anliegen. In der salvadorianischen Organisation Circulo Solidario (2003-2014) bzw. im Centro Monseñor Romero (seit 2015) fanden sich Institutionen, deren Erfahrungswerte im Bereich von Bildungs- und Förderprogrammen die finanzadministrative Basis für das Bildungs- und Stipendienprogramm Taquillo darstellte. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Netzwerks Taquillo, v.a. mit Julia Stabentheiner, Dr.in Magdalena M. Holztrattner und Susanne Thoma konnte das Programmkontinuierlich weiterentwickelt werden.
Theologie wollte ich nicht nur in Deutschland studieren, sondern in einem ganz anderen Lebenskontext Lateinamerikas. So führte mich mein Auslandsstudium nach El Salvador, wo es v.a. die Ärmsten waren, die mich mit ihrem tiefen Glauben, ihren Fragen und ihren Antworten bewegt und verändert haben. Es war der Zufall, der mich nach Taquillo führte und die Liebe auf den ersten Blick, die mich seither an die Menschen in Taquillo bindet. Es ist zudem das Wissen, dass Bildung - Ausbildung wie Persönlichkeitsbildung - der zentrale Schlüssel ist, um dem Kreislauf der materiellen Armut und sozialen Marginalisierung zu entkommen. Und es ist die Erfahrung, dass unsere Arbeit in Taquillo jungen Menschen einen weiteren Horizont eröffnet und Kommunikation untereinander ermöglicht. Immer wieder darf ich erfahren, dass die Jugendlichen durch unsere Arbeit selbstbewusster und verantwortlicher werden, dass sie ihren persönlichen Lebensweg gestalten und sich für ihr berufliches und mitmenschliches Wachsen genauso einsetzen, wie sie sich auch für die Gemeinschaft der Gruppe und ihre Familie engagieren.
Die Frage nach der Umsetzung der vorrangigen Option für die Armen führte mich in die Heimat des Märtyrerbischofs Oscar Romero und direkt zu den Jugendlichen von Taquillo. Partizipative Armutsforschung ermöglichte mir, mit der Lebenswelt der Jugendlichen und ihrer Familien intensiv und länger in Kontakt zu kommen. Und zu spüren, wie sehr mich das bereichert. Die Arbeit des Bildungs- und Stipendienprogramms auch vor Ort entwickeln zu können, ist ein Geschenk, das mich seither erfüllt. Es zeigt mir wie wichtig es ist, die Jugendlichen als aktive Subjekte der Veränderung ihrer Lebensbedingungen wahrzunehmen und in ihren Hoffnungen zu stärken. Ebenso wichtig ist mir in der Arbeit mit ihnen, dass sie lernen ihre Meinung zu äußern, über Inhalte und Ereignisse zu reflektieren und sich als Gruppe zu spüren und zu organisieren. Aber auch den Raum zu eröffnen, gemeinsam künstlerisch, kreativ, lachend, feiernd und spirituell zu sein.
Ich hatte das große Glück, während meines Studiums in Passau, Stefanie kennenzulernen. Voller Begeisterung von ihren Erzählungen über das Stipendienprogramm brach ich zu einem zweimonatigen Aufenthalt nach El Salvador auf. Die Zeit dort hat mich sehr geprägt, da ich viel von der Lebensfreude der Menschen trotz ihrer so schwierigen Lebensumstände gelernt habe. Ich mache mir seitdem immer wieder bewusst, welch ein Luxus Bildung in manchen Ländern ist und wie selbstverständlich wir hier in Deutschland mit unseren vielfältigen Bildungsmöglichkeiten aufgewachsen sind. Ich sehe unser Programm als einen unersetzlichen Baustein für ein besseres Leben der Jugendlichen von Taquillo - zum einen durch die Chance auf einen höheren Bildungsabschluss sowie eine bessere Arbeitsstelle und zum anderen durch die wichtige Persönlichkeitsbildung mithilfe der professionellen Arbeit unseres Leitungsteams bei den Gruppentreffen vor Ort.
Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern, als ich zu Stefanie ins Büro kam. Ich fragte sie, ob ich denn nicht bei Taquillo e.V. mithelfen könnte und sie antwortete mir, dass sie dringend jemand brauchen, der in Passau vor Ort aktiv ist. So war ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Seitdem bin ich für den Verein aktiv und halte Vorträge in Schulen und bei Kirchengemeinden. Letztes Jahr stand dann die große Reise an: Auch ich konnte nun das Leben in Taquillo und Julupe mit eigenen Augen sehen und vor allem das Leben unserer Jugendlichen im kleinen Rahmen nachempfinden. Am meisten fasziniert hat mich das Gefühl, auch wenn man nicht viel hat, glücklich und füreinander da zu sein. Genau dies möchte ich den Menschen in Deutschland vermitteln, indem ich ihnen von meinen Eindrücken und Erlebnissen erzähle und ihnen dadurch ein kleines Stückchen vom Leben in Taquillo erfahrbar machen kann.
STEFANIE
KAINZBAUER
1. VORSITZENDE
MAGDALENA
HOLZTRATTNER
2. VORSITZENDE
SUSANNE
THOMA
KASSIERIN
alice
hertel
vortragende
Servus, ich bin Elisa. Ich bin 28 Jahre alt (1987 geboren) und von Beruf Anthropologin.
FreundInnen beschreiben mich gerne als leidenschaftlich, verantwortungsvoll und engagiert, bei allem was ich mache. Mir ist es wichtig, starke und langanhaltende Beziehungen mit Menschen zu knüpfen. Ich bin lustig, freundlich und habe einen weiten Horizont. Respekt und Toleranz sind für mich das Fundament zwischenmenschlicher Beziehungen.
Im Jahr 2015 habe ich mit der Arbeit mit den Jugendlichen in Taquillo begonnen. Bisher war das eine der bereicherndsten und schönsten Erfahrungen meines Lebens. Die Arbeit mit den Jugendlichen erfordert ein hohes Maß an Kreativität und Kraft, schenkt aber auch unbeschreibliche Freude und ich lerne sehr viel dabei.
Ich bin sehr froh, Teil dieses Programmes zu sein und verspreche gerne, mein Bestes zu geben, um den Jugendlichen von Taquillo zu helfen, in ihrem Leben voranzukommen.
Ich heiße Jeny Xiomara Rivas und bin seit 2016 Gruppenleiterinnen im Bildungs- und Stipendienprogramm von Taquillo. Die Arbeit mit Jugendlichen freut mich sehr. Da ich Lehrerin und Psychologin bin und mir spirituelle und moralische Werte ebenso wichtig sind wie Solidarität, Verantwortungsbewusstsein.Neben der Arbeit in Taquillo habe ich auch eine Anstellung im Gefängnis von Quezaltepeque im Bundesland La Libertad. Dort habe ich Einblick in die traurige Lebenswirklichkeit vieler Jugendlicher, die in jungen Jahren schon eine Strafe absitzen. Das bringt mich dazu, die schwierige Situation der Jugendlichen in unserem Land zu bedenken, denn viele derjenigen, die in Haft sitzen, hatten keine Unterstützung, um eine schulische Ausbildung zu schaffen. Deshalb schätze ich das Programm für die Jugendlichen von Taquillo umso mehr. Schulbildung ist ein zentraler Teil der Entwicklung einer Person und eines Landes um ihre Lebenssituation zu verbessern.
Es freut mich wirklich sehr, dass ich im Leitungsteam von Taquillo mitarbeiten kann und ich möchte nochmal meine Hochachtung darüber ausdrücken, dass Sie den Jugendlichen in meinem Land helfen!
Ich bin glücklich, dass ich mich der Jugendgruppe von Taquillo verpflichtet habe. Ich war ja neun Jahre selbst Stipendiatin von Taquillo und kenne daher viele der Sorgen und Freuden der Jugendlichen. Das motiviert mich, nun selbst den Jugendlichen zu helfen und sie zu stärken, wenn sie den Wunsch haben weiter in die Schule zu gehen.
Für mich war es eine große Ehre zur Jugendgruppe zu gehören. Deshalb fühle ich mich verpflichtet, mein Bestes zu geben. Meine Hoffnung ist, dass ich für die Jugendlichen, die an den Gruppentreffen teilnehmen, eine Freundin sein kann, mit der sie ihre Fragen besprechen können. So hoffe ich, dass ich ihnen helfen kann, wenn sie es mir erlauben. Mein größtes Ziel der Arbeit mit ihnen ist es, Innovationen und positive Veränderungen zu erwirken, sodass sie neues Wissen und Kenntnisse gewinnen können, die sie in der Persönlichkeitsentwicklung stärken. Dass ich ein aktives Mitglied der Gruppe, sogar mal gewählte Präsidentin war, erlaubt mir, die Wirklichkeit, in der die Jugendlichen leben, zu kennen. Ich teile viel davon mit ihnen und war auch selbst Schülerin. Ich vertraue den Jugendlichen, denn alle haben vor, „ihre Ziele zu erreichen, die Schule abzuschließen und eine weitere Ausbildung zu machen“.
Eine meiner größten Erwartungen, die ich für die Arbeit als Jugendleiterin mit der Gruppe habe, ist, ihnen bei ihren Problemen zu helfen. Ich kenne diese Probleme aus meiner eigenen Zeit als Stipendiatin und Präsidentin der Gruppe und hoffe, die Jugendlichen in meiner neuen Funktion nun dabei unterstützen zu können, dass sie ihre Dinge gut machen.
Im Team der Gruppenleiterinnen haben wir für dieses Jahr viele Pläne mit den Jugendlichen. Jede von uns hat dabei ihre eigenen Kompetenzbereiche und Aufgaben.
Mit meinen 21 Jahren habe ich bereits viel gelernt, besonders viel davon in meiner Zeit in der Jugendgruppe von Taquillo. Ich war bisher sechs Jahre als Gruppenmitglied dabei – das war eine der besten Erfahrungen meines Lebens. Derzeit bekomme ich vom Stipendienprogramm Taquillo ein Universitätsstipendium, um Betriebswirtschaft für Gastronomie zu studieren. Dass ich nun im Jahr 2016 Teil des Leitungsteams für die Jugendgruppe von Taquillo sein kann, ist für mich sowohl eine große Ehre wie auch eine große Herausforderung.
Elisa
TREJO
Gesamtverantwortliche
JENY
RIVAS
gruppenleiterin
NORMA
PORTILLO
mitarbeiterin
tatiana
mejivar
mitarbeiterin
Taquillo e.V.
Steinfelsstraße 42
94405 Landau
Deutschland